Die Geschichte der Fritz-Harkort-Schule

 

Nach dem 1. Weltkrieg, in der Zeit der Weimarer Republik, erfolgte 1922 die Eingemeindung Langerfelds nach Barmen. So ergab sich zwangsläufig die Notwendigkeit, die 1906 erbaute evangelische Schule Pülsöhde weiter auszubauen.
Im Oktober 1927 wurde die völlig umgebaute und erweiterte Volksschule in der Fleute in Fritz-Harkort-Schule umbenannt und ihrer Bestimmung übergeben. Im Ostteil des Schulgebäudes schloss sich die Turnhalle mit Toiletten- und Duschanlagen an. Die Turnhalle wurde damals nach den neusten Erkenntnissen des Turnhallenbaus erbaut. Vor der Turnhalle stand ein Trinkbrunnen. In den Kellerräumen unterhalb eines Klassenraumes befand sich ein großer Duschraum mit 20 Brausen und einer Umlaufrinne von etwa 50 cm Breite, in der damals die ersten Wassergewöhnungsübungen stattfanden. Die Chronik, in der die Jahre 1928 bis 1942 beschrieben worden sind, fiel leider dem Bombenangriff im Mai 1943 zum Opfer, sodass aus dieser Zeit keine Informationen mehr vorliegen.

Der erste Leiter der neuen Schule war Rektor Rotenpieler. Am 23. Januar 1932 verstarb dieser und nach der Vertretung durch Konrektor Herrn Zabach übernahm 1932 Rektor Graf die Schulleitung bis Ostern 1937. Sein Nachfolger wurde Rektor Schöler. 1938 wurde Herr Lockemann zum Leiter der Schule ernannt. Trotz der schrecklichen Kriegsereignisse wurde bis 1944 geregelter Unterricht erteilt. Aus der Chronik ist ersichtlich, in welch hohem Maße an Pflichterfüllung die Lehrerschaft ihre so schwierigen Aufgaben erfüllten. Es war mit Unterrichtsarbeit allein nicht getan, große Sammelaktionen gehörten dazu. Laub, Knochen, Lumpen, Metall und andere "Kostbarkeiten" mussten von Amts wegen gesammelt werden. Während der Luftangriffe saßen die Kinder mit ihren Eltern oft in den Luftschutzkellern und die Lehrer waren im Luftschutzeinsatz. Übermüdet und abgehetzt kamen Lehrer und Kinder zum Unterricht.

In den Kriegsjahren 1944 und 1945 war die Schule mit Esten und Letten belegt. Einige Klassenräume blieben für den Unterricht. Anfang 1945 wurde der Unterricht ganz eingestellt. Am 13. Und 19. Mai 1945 wurde die Schule durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Die Turnhalle sogar ganz zerstört. Mehrere Plünderungen fanden nach der Kapitulation statt, wodurch wertvolle Gegenstände verloren gingen.
Der Neuanfang erfolgte unter primitivsten Voraussetzungen. Aber der Lebenswille der Langerfelder Bevölkerung und der Einsatz der Lehrer schufen die ersten Voraussetzungen für Unterricht. Das stark zerstörte Gebäude wurde notdürftig hergerichtet. Große Blechplatten dienten als Ersatz für fehlende Dachziegel. Fenster und Türen wurden durch Holz und Pappe abgedichtet, doch Wind und Regen hatten Zugang.
In der schweren Zeit, in der die Klassen überfüllt, Kinder und Erwachsene unter Hunger litten und die Schulspeisung die Lehrer mehr in Anspruch nahm als der Unterricht, hielt die Lehrerschaft durch. Rektor Bungast, der 1949 in Ruhestand ging, war bemüht das schulische Leben voll in Gang zu bringen.

Ab April 1949 lag die Leitung der Schule in den Händen von Rektor Höhmann. Seinem tatkräftigen Einsatz und dem der Eltern ist es zu verdanken, dass am 27. Oktober 1949 die Einweihung der renovierten Schule vorgenommen werden konnte. 1950 lag der Schulhof noch immer voller Schutt, die Trümmer der Turnhalle waren noch nicht beseitigt. Erst Ende 1950 wurden die größten Schäden beseitigt. Im Oktober 1952 feierte die Fritz-Harkort-Schule ihr 25-jähriges Bestehen. In diesem Jahr wurde auch die Brauseanlage im Keller wieder in Betrieb genommen und wöchentlich benutzt. 1953 entstand ein schönes Lehrerzimmer und ein voll ausgerüsteter Modellarbeitsraum. Im Schuljahr 1955/56 wurde die Turnhalle wieder aufgebaut und am 16. November 1956 eingeweiht. Am 17. November 1956 wurde das 50-jährige Bestehen der evangelischen
Pülsöhder Schule gefeiert, die seit 1927 nach dem Erweiterungsbau in Fritz-Harkort-Schule umbenannt wurde. Am 22. Juni 1957 konnte die Schule das neu erworbene Schullandheim Berndorf, das zu gleichen Teilen fünf Wuppertaler Schulen gehörte, einweihen. Von diesem Zeitpunkt an,
fuhren die Kinder der Fritz-Harkort-Schule mit ihren Lehrern klassenweise alljährlich dort
hin.

Im gleichen Jahr wurde der Autobahnausbau dicht an der Schule in Angriff genommen. Der Unterricht wurde erheblich durch das Dröhnen der Motoren und Presslufthämmer sowie durch die schweren Lastzüge gestört. Der Autobahnbau wurde im September 1960 beendet. Am 25. Oktober 1960 bekamen die Kinder schulfrei und nahmen an der feierlichen Eröffnung durch Bundesverkehrsminister Seeborn teil. Das Fotolabor, das seit 1954 bestand, wurde um ein zweites Vergrößerungsgerät und weitere Kleingeräte erweitert.

Im Schuljahr 1962/63 war der Lehrermangel in Wuppertal äußerst groß. Der Unterricht musste in restlos überfüllten Räumen stattfinden. Die Eltern protestierten erfolgreich. Denn im Herbst wurden der Stadt Wuppertal bedeutend mehr Lehrer zugewiesen als je zuvor. Ein besonderer Höhepunkt war die Einweihung des Sportplatzes an der Clausewitzstraße am 6. Oktober 1960 und hatte wesentlichen Einfluss für den Sportunterricht an der Fritz-Harkort-Schule. Die langen Wege zum Sportplatz an der Grundstraße fielen weg. An der Fritz-Harkort-Schule war nun eine Gesamtsportanlage entstanden, die fast keine Wünsche mehr offen ließ.
Die Schule verfügte nun über acht Klassenräume, einen Physikraum mit Schülerarbeitsplätzen, einen Werkraum, einen Nadelarbeitsraum, ein Lehrerzimmer, ein Rektorzimmer, einen Gemeinschaftsraum mit Filmvorführraum und ein sehr gut eingerichtetes Fotolabor. Doppelbelastungen für das gesamte Kollegium waren keine Seltenheit. Das Kollegium konnte sich glücklich schätzen, Lehrkräfte zu haben, die jederzeit bereit waren, sich gegenseitig zu helfen, beizustehen und für die anderen einzuspringen.
Dann pünktlich zum Schuljahresanfang am 15. September 1966, wurde nach 5-jähriger Vorbereitungs- und Bauzeit das Sportplatzhaus eingeweiht. Trotz des noch immer vorhandenen Lehrermangels wurde 1967 in NRW das 9. Schuljahr als Pflichtschuljahr eingeführt. Von der Schule Ehrenberg und Dieckerhoffstraße wurden die Kinder für das 9. Schuljahr in die Fritz-Harkort-Schule umgeschult.
Am 1. August 1968 wurde die Fritz-Harkort-Schule eine Gemeinschaftsgrundschule mit der Filiale Ehrenberger Straße. In den meisten Klassen lagen die Klassenstärken über 40 Kinder.

Heute werden in 8 Klassen ca. 200 Schüler unterrichtet. Seit dem Schuljahr 2002/03 gibt es zudem die Möglichkeit einer Ganztagesbetreuung (OGATA).


(zum 75 Jährigen Jubiläum verfasst von Heidemarie Kopetsch)

Die neue Schule wird gebaut


Im Frühjahr 2009 wurde die neue Fritz-Harkort-Schule gebaut.